Damen: Kickers Mörfelden – FVE 3:1 (0:0)

“…ein Spieler, der im Kampf um den Ball von vorne, von der Seite oder von hinten mit einem oder beiden Beinen in einen Gegenspieler hineinspringt und durch übertriebene Härte die Gesundheit des Gegners gefährdet, begeht ein grobes Foulspiel. Der Schiedsrichter zeigt dem fehlbaren Spieler die rote Karte…Grobe Fouls werden mit einem Feldverweis geahndet…grobes Foul ist, bei dem der Foulende eine Verletzung des Gegners zumindest billigend in Kauf nimmt…”
 
Der Reihe nach. Im Spitzenspiel der Gruppenliga Darmstadt war das Spiel, auf beiden Seiten, sehr von Taktik geprägt. Im Vordergrund stand das Defensivverhalten, was beiden Teams sehr gut gelang. Einzelne Angriffsbemühungen endeten meist ca. 25 Meter vorm Tor. Zwingende Tormöglichkeiten ergaben sich auf beiden Seiten nicht. Einzelne Kontermöglichkeiten unseres Teams wurden nicht konsequent zu Ende gespielt. Entweder fehlte das Nachrücken, der letzte Pass, oder zweifelhafte Abseitsentscheidungen beendeten die Angriffe. Der größte Aufreger erlebte die erste Halbzeit in der 42. Minute. Einen zu weit vorgelegten Ball einer Kickers-Spielerin fing unsere Torfrau Sarah ab, was die Gegnerin nicht hinderte mit einer “Grätsche des Grauens” unsere Torfrau an Schulter und Hand zu verletzen. “…ein Spieler, der im Kampf…..usw.” Hier wäre zwingend der erste Platzverweis folgerichtig und Regelkonform notwendig gewesen. Mit einem 0:0 ging es in die Halbzeitpause.
 
Weiterhin auf Sicherung des eigenes Tores bedacht, wurde der Druck Richtung Tor der Kickers erhöht. Nach Balleroberung wurde der direkte Ball in die Nahtstellen der Abwehrkette gespielt. Entweder fehlte die letzte Präzison, oder erneute seltsame Abseitsentscheidungen wurden getroffen. Wenn der Ball mal geschickt und zum richtigen Zeitpunkt gespielt wurde gíngen drei blaue Arme hoch und der Pfiff kam. Schon irgendwie ärgerlich. Der negative Höhepunkt allerdings in der 64.Spielminute. Erneut fing unsere, ohnehin schon lädierte, Torfrau den Ball ab und wieder sprang eine Spielerin aus Mörfelden mit gestrecktem Bein in Sarah hinein. “…ein Spieler, der im Kampf ….usw.” Eine weitere rote Karte wäre auch hier zwingend erforderlich gewesen. Ein Zuschauer neben dem Tor berichtete nach dem Spiel “ich habe selten ein so brutales Foul gesehen…”. Dieser Meinung kann man sich nur anschließen. Anstatt mit 11 gegen 9 die Partie fortzusetzen, mussten wir unsere ausgeschaltete Torfrau wechseln. Unsere Abwehrchefin Stephanie stand nun zwischen den Pfosten, was zu einigen Umstellungen zwangsläufig führte.
 
Nun überschlugen sich die Ereignisse. In der 70. Spielmiute hatten wir mit einem Konter Pech und scheiterten nur knapp. Nur kurze Zeit später hatte unser Team Glück, als eine Kickers-Angreiferin die erste gute Tormöglichkeit der Heimmannschaft nicht nutzen konnte. In der 75. Minute geriet unsere Mannschaft dennoch in Rückstand. Ein eher harmloser Fernschuß wurde so unglücklich abgefälscht, dass dieser den Weg in unseren Kasten fand. Sofort wurde das FVE-Team mit einer zusätzlichen Stürmerin ergänzt und man war am Drücker den Ausgleich zu erzielen.
 
Erneut nahm der Schiedsrichter Einfuß auf diese Partie. In der 84.Minute stürmte,nach einem Konter, eine Kickers-Spielerin auf unsere Torfrau zu. Stephanie stürzte entgegen und spielte den Ball regulär und für ALLE ersichtbar im 90° Winkel zehn Meter nach außen. Die Angreiferin stürzte, rappelte sich auf und wollte den geklärten Ball erreichen….. als ein Pfiff erklang und Elfmeter angezeigt wurde…. Jetzt gab es kein Halten mehr…  Proteste von Spielerinnen und Mannschaftsverantwortlichen…. natürlich umsonst. 2:0 und der Drops war gelutscht. Das 3:0 und das sehenswerte Tor von Sanne, nur noch Ergebniskosmetik.
 
Ein typisches 0:0 Spiel, von Taktik geprägt, nicht spektakulär aber interessant, wurde leider entscheident beeinflusst. An dieser Stelle möchten wir zum Ausdruck bringen, dass die Leistung unseres Gegners nicht geschmälert werden soll. Auch halten wir uns im Normalfall nicht an Schiedsrichterentscheidungen auf. Alle Spielerinnen und Trainer machen Fehler und einem Schiedsrichter muss dies auch zugestanden werden. Gerade bei Abseitsentscheidungen ist es oft knifflig und ohne Linienrichter manchmal schwer zu entscheiden. Hier haben wir, bei allen Emotionen, Verständnis. Wenn allerdings mit gravierender Mißachtung der Regeln, ein Spiel derart beinflusst wird, ist dies mehr als ärgerlich.
 
5 Spiele = 10 Punkte. Wir sind als Aufsteiger voll im Soll und werden diesen kleinen Nackenschlag wegstecken. Wir gewinnen und verlieren gemeinsam. Am Abend beim “Dienstschieben uff de Kerb” wurde schon wieder gelacht und in einer freien Minute mal das ein oder andere Glas gehoben.
 
Es spielten: Sarah (68./Kerstin), Stephanie, Sarah (83./Christin), Marlene, Toni, Nadine T., Nina, Sanne, Lisa (63./Nadine S.), Milli, Anna

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