9:8 n.E. und Einzug ins Viertelfinale!
Wenn es eines Beweises bedurfte, dass diese Mannschaft etwas ganz Besonderes ist – dann hat ihn die A-Jugend des FV Eppertshausen am diesem Abend in Frankfurt eindrucksvoll geliefert. In einem hochemotionalen, hitzigen und bis zur letzten Sekunde dramatischen Achtelfinale des Hessenpokals setzten sich die FVE-Junioren bei Viktoria Preußen Frankfurt mit 9:8 nach Elfmeterschießen durch und stehen sensationell im Viertelfinale.
Rund 200 Zuschauer sorgten für eine beeindruckende Kulisse – und machten das Auswärtsspiel zu einem gefühlten Heimspiel: Mehr als 100 lautstarke Eppertshäuser Fans unterstützten ihre Mannschaft unermüdlich und trieben sie über die gesamte Spielzeit hinweg nach vorne.
Von Beginn an entwickelte sich eine intensive Partie. Die Gastgeber aus Frankfurt präsentierten sich als erwartet starker Gegner – technisch versiert, körperlich robust, schnell im Umschaltspiel. Angetrieben wurden sie zudem von einer lautstarken Gruppe Jugendlicher, die leider mit unsportlichen, unflätigen und provozierenden Aktionen für zusätzliche Brisanz sorgten und die Stimmung unnötig aufheizten.
Trotz dieser hitzigen Atmosphäre behielt der FVE zunächst die Nerven und zog unbeeindruckt sein Spiel auf. Nach einem verwandelten (berechtigten) Foulelfmeter gingen die Frankfurter aber in der 29.Minute mit 1:0 in Führung und provozierten mit ihrer Jubelgeste bewusst in Richtung der Eppertshäuser Fans. Doch die Antwort ließ nicht lange auf sich warten: Kevin Murmann traf nach einem präzisen Freistoß von Felix Brockmann zum verdienten 1:1-Ausgleich.
Die Partie wurde zunehmend hitziger. Eine Tätlichkeit des Frankfurter Torhüters gegen Tom Huder direkt nach dem Ausgleich blieb vom Schiedsrichtergespann ungeahndet – ebenso wie diverse weitere Grenzüberschreitungen auf dem Platz. Kurz vor der Pause ging Frankfurt erneut in Führung (2:1) und sorgte mit provokantem Jubel erneut für zusätzliche Emotionen.
Als die Gastgeber kurz nach Wiederanpfiff auf 3:1 (51.) erhöhten, schien die Partie entschieden. Begleitet von höhnischen „Auf Wiedersehen“-Rufen seiner „Fans“ wähnte Frankfurt auf der Siegerstraße. Doch was dann folgte, war pure Moral, Leidenschaft und Teamgeist.
Nur vier Minuten später verkürzte Philipp Jahn nach starkem Zuspiel von Tom Huder auf 3:2 – und brachte den FVE zurück ins Spiel. Dann der Moment des Abends: Tarek Abdullah, gerade erst nach über einem Jahr Pause und zwei Knieoperationen eingewechselt, traf mit seinem dritten Ballkontakt in der 81. Minute traumhaft in den Winkel zum 3:3-Ausgleich. Ein Comeback, wie es der Fußball kaum schöner schreiben kann.
Die Emotionen kochten weiter hoch – eine weitere Eskalation auf Frankfurter Seite blieb erneut ohne die eigentlich fällige rote Karte, nachdem sogar der Linienrichter vom Frankfurter Spieler wüst körperlich attackiert wurde. Aber auch davon ließen sich die Eppertshäuser nicht beirren und hielten kämpferisch wie spielerisch dagegen. Nach 90 Minuten stand es 3:3 und die Partie ging in die Verlängerung.
Und hier übernahm der FVE zunächst die Kontrolle. Mit Leidenschaft und klarem Willen spielten die Jungs auf die Führung, Douglas Omoragbon ackerte als einzige Sturmspitze weiterhin unermüdlich– und die Mannschaft wurde belohnt: Nach einer perfekten Flanke von Marvin Hornig köpfte Tim Winkler in der 110. Minute zum 4:3 ein.
Doch das war immer noch nicht die Entscheidung – Frankfurt warf alles nach vorne und kam in der 117. Minute glücklich, aber nicht unverdient, zum 4:4-Ausgleich.
Elfmeterschießen. Jetzt waren Nerven aus Stahl gefragt – Und hier zeigte sich die Klasse dieser Mannschaft: David Scharkow, Louis Klockner, Henry Christoph, Philipp Jahn und Marco Enders verwandelten ihre Elfmeter eiskalt. Im Tor wurde Joris Korsch zum Helden, parierte einen Versuch souverän – und sicherte dem Team von Trainer Abel Zeweldi den vielumjubelten 9:8-Sieg in diesem hochdramatischen Spiel.
Der Rest war grenzenloser Jubel. Mit diesem Sieg setzt die A-Jugend des FV Eppertshausen ihr unglaubliches Pokalmärchen fort und steht verdient im Viertelfinale des Hessenpokals. Dort wartet im April ein Heimspiel gegen den Sieger der Partie SV Rot-Weiß Walldorf gegen JSG Flieden.
Ebenfalls im Einsatz waren Johannes Knapp, Max Pleiner und Marc Axtmann, die ihren Teil zu diesem historischen Erfolg beitrugen.
Fazit: Diese Mannschaft hat nicht nur fußballerische Qualität – sie hat Herz, Charakter und eine außergewöhnliche Mentalität. Und genau das macht sie aktuell bei den A-Junioren zu einer der spannendsten Pokalgeschichten Hessens.
Übrigens war 5 Minuten nach dem Spiel der Sportplatz fest in Hand des FVE – und niemand mehr da um „Auf Wiedersehn“ zu sagen!






